Immer Obst

Es ist noch sehr früh am Morgen, erst 6 Uhr. Lea schläft noch tief und fest. Ihre Mutter kommt gar nicht leise ins Zimmer. „Lea, aufstehen, du musst in die Schule!”, ruft sie laut, damit Lea wach wird.

„Ach nein, nicht schon so früh”, meckert Lea, „ich bin noch so müde.”

Die Mutter aber lässt sich nicht darauf ein. „Dann musst du abends früher ins Bett gehen, dann bist du morgens auch nicht müde”, sagt sie und zupft an Leas Bettdecke.

„Ach Mama, kann ich nicht einfach sagen, ich bin krank?”, fragt Lea.

„Lea, das will ich nicht noch einmal hören!”, ruft die Mutter ganz entsetzt.

Lea schmollt: „bla, bla, bla, ich steh` ja schon auf.”

Lea wälzt sich langsam aus dem Bett und schleicht ins Bad. Heute macht sie nur Katzenwäsche. Die Zähne aber werden gründlich geputzt. Danach geht sie hinunter in die Küche und frühstückt.

„Heute gebe ich dir Obst mit in die Schule”, sagt die Mutter.

„Aber Mama”, ruft Lea ganz entgeistert. „Ich habe doch erst gestern Obst mit in die Schule genommen.”

Die Mutter wird böse. „Lea, meckere nicht schon wieder, und iss es in der Pause auf. Nimm dir mal ein Beispiel an deine Schwester Karoline oder an deine Freundin Ingrid, die beiden essen alles was auf den Tisch kommt.”

„Ach, Karoline, meine doofe Schwester, immer nimmst du sie in Schutz”, antwortet Lea zickig.

„Deine Schwester ist erst 5 Jahre alt, und sie meckert nicht so viel wie du”, sagt die Mutter.

„Ja, ja, ich werde das Obst mitnehmen und essen, Mama”, sagt Lea jetzt kleinlaut.

Die Mutter lächelt Lea an und sagt: „Gut, dann ist ja alles in Ordnung, und du bist wieder meine ganz liebe Lea.”

Da ist auch schon Ingrid. „Hallo Ingrid”, sagt Lea.

„Hallo”, antwortet Ingrid zurück und gähnt dabei. Auch sie ist noch müde. Wahrscheinlich ist auch sie viel zu spät schlafen gegangen. Jetzt wird es aber Zeit, und beide machen sich auf den Weg in die Schule.

Nach der Schule nimmt Lea Ingrid mit nach Hause. „Hallo Lea, hallo Ingrid”, sagt die Mutter.

„Hallo”, sagen beide gleichzeitig.

Die Mutter aber, die den ganzen Morgen ein schlechtes Gewissen hatte, nimmt Lea in ihre Arme und sagt leise: „Ach, Lea, das von heute Morgen tut mir leid. Morgen bekommst du mal kein Obst mit in die Schule, sondern ein leckeres Käsebrot und einen Schokoriegel.”

„Ja, das ist super”, sagt Lea, freut sich aber mehr auf den Schokoriegel als auf das Käsebrot.

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